Wenn die grossen Pharmakonzerne die hohen Preise für ihre Produkte rechtfertigen, weisen sie gemeinhin auf die enormen Summen für Forschung und Entwicklung hin. Eine Untersuchung an der York-Universität im kanadischen Toronto hat nun aber ergeben, dass die Forschungskosten bei weitem nicht den grössten Aufwandposten darstellen. Fast doppelt so viel Geld wie in die Forschung fliesst in die Werbung und ins Marketing. Im Jahre 2004 wurden allein in den USA mehr als 57 Milliarden US-Dollar in Werbe-Massnahmen für neu lancierte Medikamente gesteckt, während die Forschungsaufwendungen im gleichen Jahr nur gerade 31 Milliarden US-Dollar erreichten.
Zu den kostspieligen Werbeaktionen gehörten unter anderem die Verteilung von kostenlosen Produktproben, Anzeigen, Briefe und E-Mails, Besuche bei Ärzten sowie Seminare, bei denen für die Verwendung eines neuen Medikaments geworben wurde. Die Forscher stützten sich auf Angaben von zwei Marktforschungsinstituten sowie auf Zahlen der Nationalen Wissenschaftsstiftung für das Jahr 2004, aus dem die aktuellsten Zahlen vorlagen.
Sie gehen davon aus, dass die Werbeausgaben tatsächlich noch höher lagen, weil nicht alle Posten von den Forschungsinstituten erfasst wurden.